Nachruf am Grabe Willi Kupfer von Tobias Köck
Liebe Roswitha, liebe Birgit, Frank, Charlotte und Moritz, liebe trauernde
Freundinnen und Freunde, Dear Friends,
lieber Willi,
es ist mir etwas schwer gefallen in den letzten Tagen meine Gedanken zu ordnen, als ich von deinem Tod erfahren habe.
Denn deine bewegte Geschichte ist die eines Freigeists, eine innerdeutsche Fluchtgeschichte, eine Verbands- und Familiengeschichte, eine Geschichte der Freundschaft. Vor allem der Internationalen. Freundschaft und Solidarität waren für dich keine leeren Worthülsen - du hast sie
gelebt und mit Leben gefüllt.
Der bayerische Philosoph Ludwig Feuerbach hat einmal gesagt: „Bekannte kommen und gehen, Freunde nicht.“
Nicht das Flüchtige, das Bleibende war dir bis zum Schluss wichtig und wie viele Freundschaften durch dein ehrenamtliches Engagement in unserem Verband über politische und soziale Grenzen hinweg geschlossen wurden, lässt sich nur schwer beziffern. Mehrere tausende waren es aber mit Sicherheit und klar gabs da auch Menschen, die dir nur einmal begegnet sind - aber selbst die können sich heute noch von Marrakesch bis Moskau an dich erinnern: An deinen unverbesserlichen Humor, deine gewaltige Energie, deine Detailverliebtheit, deine Akribie in verbandshistorischen Zusammenhängen,
deine Sattelfestigkeit in Satzungsfragen, deine gelegentlichen Wutanfälle bei denen man immer eher Angst um dich hatte, deinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und bestimmt auch an das ein oder andere frischgezapfte Getränk.
Und den Gong, den du mit deiner kindlich-schelmischen Art so unvermittelt bedienen konntest, dass alle Anwesenden entweder wieder wach oder halb taub waren, aber mit Sicherheit wussten: der Abend geht zu Ende. Dieser Gong hat nun leise für dich geschlagen. Deine lange und aufregende Reise
hier auf der Erde ist zu Ende gegangen. Und damit geht auch dein Wirken zu Ende.
Dafür möchte ich mich stellvertretend für alle im RKB Solidarität und insbesondere der Solidaritätsjugend noch einmal bedanken. Du hast die "Leid zam bracht", wie man hier sagt. Beim Sport, in der Freizeit, in der politischen und gesellschaftlichen, manchmal gar philosophischen Diskussion oder auch zur
Brauchtumspflege. Ich will und kann an dieser Stelle nicht all deine Tätigkeiten und Funktionen aufzählen in denen du das gemacht hast - du warst ein Solidaritätler mit jeder Faser, bleibst es in unseren Herzen und dein großartiges Lebenswerk bleibt posthum stehen.
Auch ganz persönlich möchte ich Danke sagen - immerhin hast du mich knapp 40 Jahre meines Lebens begleitet. Als Freund, Diskussionspartner, aufrechter Demokrat, Mentor und stets kreative Anlaufstelle für Reparatur- und Bastelunterstützung.
Lieber Willi,
ich bin traurig aber auch erleichtert - mit deiner geballten Lebensfreude hast du dir, deiner Familie und uns den Abschied nicht leicht gemacht – jetzt aber
Ruhe in Frieden und ein letztes Frisch Auf!